Mit Schere und Papier zum neuen Style

Heutzutage ist es völlig normal, dass Modetrends über Werbemodels in Video- oder Fotoformaten verbreitet werden. Vor allem in den letzten Jahren boomen ganz neue Berufe wie Modeinfluencer*innen auf Instagram oder anderen Social Media-Kanälen. Früher war das unvorstellbar.

Da es damals weniger Werbe-Möglichkeiten gab, mussten andere Wege gefunden werden, um die neusten Mode-Kreationen an den Mann und die Frau zu bringen. Die erste Form von Modewerbung waren Vorläufer der Paper Dolls, wie wir sie heute noch als Kinderspielzeug kennen. Diese Ausschneidebögen wurden im 18. Jahrhundert in Modejournale gedruckt und die modebewussten Frauen und Männer dieser Zeit haben sich dann tatsächlich die kleinen gezeichneten Kleidungsstücke ausgeschnitten und auf Papierfiguren aufgelegt, um sich die neusten Trends vorstellen zu können.

Als Werbemedium wurden die Paper Dolls recht schnell abgelöst, haben sich jedoch in anderer Form bis heute gehalten: Es gibt immer noch Ausschneidebögen, die ganz einfach heruntergeladen und ausgedruckt werden können, oder auch virtuelle Anziehpuppen, denen online ein neues Outfit verpasst werden kann – das aber eher als Spiel für Kinder.

Random Fact:  Paper Dolls wurden nach dem Zweiten Weltkrieg zu begehrten Sammlerobjekten, da besonders alte Exemplare durch die begrenzte Lebensdauer von Papier seltener werden.

Habt Ihr jetzt auch Lust bekommen in Kindheitserinnerungen an Barbie & Co. zu schwelgen?  – Am Samstag, den 4. Mai, von 14-16 Uhr in der Jungen Kunsthalle können eigene Paper Dolls gestylt werden.

Hallo, schöne Frau!

Alberta von Freydorf – Teil I

Auch wenn die dargestellte Frau an sie erinnert: Es ist nicht Sissi! Eine ViP ist sie aber dennoch, es handelt sich nämlich um Albertine von Freydorf. Als Johann Baptist Tuttiné sie 1870 malte, war sie 24 Jahre jung und bereits zweifache Mutter.

Alberta, wie sie genannt werden wollte, stammte ursprünglich aus einer Adelsfamilie in Hessen, kam aber schon mit fünf Jahren nach Karlsruhe. Und wie damals nun mal so üblich, wurde Alberta bereits im zarten Alter von 20 Jahren verheiratet – an den 27 Jahre älteren Rudolf von Freydorf.

Der war als badischer Minister und ebenfalls Adeliger, genau das, was man damals als „gute Partie“ bezeichnete. Durch diese Heirat gelangte Alberta in Karlsruher Künstlerkreise. Weil sie auch selber Gedichte und Geschichten schrieb, traf man sie häufig im literarisch-künstlerischen Salon ihrer Freundin und Schriftstellerin Josephine Scheffel in der Stephanienstraße 18 an.

Dort verkehrten auch Maler, zum Beispiel Moritz von Schwind, dessen großes Wandfresko noch heute im Treppenhaus der Kunsthalle Karlsruhe zu sehen ist. Vermutlich traf Alberta von Freydorf in diesem Salon auch auf den Maler Johann Baptist Tuttiné, der sie später malen sollte.

Johann Baptist Tuttiné: Alberta von Freydorf, 1870, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe.
Ursprünglich war das Gemälde heller und die Farben leuchtender. Mit der Zeit können Farben nachdunkeln.

Kauft Ihr noch oder upcycelt Ihr schon?

100 Milliarden Kleidunsgstücke wurden laut Greenpeace im Jahr 2014 produziert – Tendenz steigend. Welche verheerenden Auswirkungen das u.a. auf die Umwelt hat, ist inzwischen bekannt. Und trotzdem quellen bei den meisten von uns die Kleiderschränke über. Das wiederum hat keinen Einfluss auf das ständige Gefühl, nichts Passendes zum Anziehen zu haben – manche Kleidungsstücke hat man sogar schon vergessen, weil man den Überblick verloren hat. Schlimm!

Im April veranstalten wir deshalb einen „Upcycling-Workshop“ – ich bin jetzt schon gespannt, wie mein neues Outfit aussieht.

Upcycling – Recycling – Was ist eigentlich der Unterschied?

Beim Recycling werden bspw. alte, kaputte Jeans geschreddert und diese Stofffetzen weiterverarbeitet. Beim Upcycling wird aus einem eher minderwertigen Produkt ein neues, jetzt aufgewertetes Accessoire oder Kleidungsstück gefertigt. Z.B. aus einer LKW-Plane oder einer alten Schürze entstehen coole Taschen oder ungewöhnliche Top, die einzigartig sind und deshalb auch ein dementsprechend besonderes Tragegefühl vermitteln.

Gleichzeitig tun wir etwas Gutes für die Umwelt, nehmen unser Konsumverhalten bewusst wahr und schaffen es hoffentlich dies zu ändern.

Übrigens: Upcycling ist keine neue Erfindung. Jeder kennt diese tollen Figuren und Gegenstände, die aus weggeworfenem Blech und Kunststoff gebaut werden oder auch Schuhe, deren Sohlen aus alten Autoreifen gemacht werden.

In Notzeiten, wie nach dem Zweiten Weltkrieg, war man gezwungen kreativ zu werden: Damals entstanden die schönsten Kleidungsstücke beispielsweise aus alten Fallschirmen oder Mehlsäcken.

Kunst und Mode. Fashion Weeks in der Jungen Kunsthalle – Der Blog

Kunst und Mode begegnen uns täglich, wenn wir es auch nicht zwangsläufig bewusst wahrnehmen. Das fängt bei der Auswahl der eigenen Kleidung am Morgen an, geht über die Inhalte auf Instagram, die wir gefühlt ständig konsumieren, über den Schulunterricht, bis hin zu unseren Lieblings-Netflixserien, in denen Kunst und Mode immer auch irgendwie eine Rolle spielen. 

Die Ausstellung K&M – Kunst und Mode. Fashion Weeks in der Jungen Kunsthalle zeigt nicht nur, wie lange Mode auch in der Kunst schon ein Thema ist, sondern auch, wie aktuell die in der Kunst des 19. Jahrhunderts dargestellte Mode noch heute ist. Das verdeutlichen Mode-Studierende der Hochschule Pforzheim. Die haben anhand der Werke aus der Sammlung der Kunsthalle eigene Kleidungsstücke entworfen. Diese Kreationen werfen auch ein anderes Licht auf die Mode auf den Gemälden und verdeutlichen u.a. wie die damalige Art der Mode einschränkte.

Wir, die Ausstellungsmacherinnen von Kunst und Mode, wollen Euch durch den Blog mit hinter die Kulissen der Ausstellung in der Jungen Kunsthalle nehmen, Euch mit random facts unterhalten, Euch auf Themen rund um Kunst und Mode aufmerksam machen und Euch mit DIYs, Upcyclingideen und natürlich mit den modischen Kreationen der Mode-Studierenden der Hochschule Pforzheim inspirieren.

Hier erfahrt Ihr mehr über uns!

Wenn Euch unser Blog gefällt, dann kommt uns auch gerne in der Jungen Kunsthalle besuchen – der Eintritt ist frei!