Dieses Design hat es in sich! Unter den knalligen Farben und der auffälligen Form verbirgt sich, so der Designer, eine einst zurückhaltende Frau, die sich nun entfalten und aus dem Schatten treten möchte – und dabei kommt ihre provokante Seite zum Vorschein.

Der Designer Jan Hartmann selbst sagt dazu: „Mit aggressivem Verhalten radikaler Farbaufteilung möchte sie auf sich aufmerksam machen und zeigen, dass sie genauso ein Recht auf Freiheit hat wie die Männer.“ So lässt sich das zugrunde liegende Konzept dieser Kollektion gut umschreiben, denn es geht um den radikalen Ausbruch aus einer erdrückenden Situation.

Ausgangspunkt war das Mädchenbildnis von Albert Lang aus dem Jahr 1870.

Der starke Kontrast zwischen den schwarzen Teilen und dem weiß-roten Muster stellt genau dies dar. Zurückhaltung durch die schwarzen Parts und das Rot mit Weiß, das „Aufbruch“ schreit. Dieser Eindruck wird von der klaren farblichen Abgrenzung nur unterstützt, die Flächen sind kantig und die Grenzen klar gezogen. Es ist der Weg einer „Marionette der Männer, bis hin zur zerstörerischen Kämpferin“.

Detail der Jacke. Design: Jan Hartmann

Auf das ursprüngliche Gemälde bezogen bedeutet dies, dass für Jan in der scheinbar braven und zurückhaltenden Frau eine Kämpferin schlummert, die irgendwann plötzlich ausbricht und sich in diesem provokanten Design präsentiert. Er bezieht sich dabei viel auf Revolution und die radikal-feministische Bewegung, von welcher auch die Farben Rot und Weiß stammen.

Researchboard von Jan Hartmann.

In vielen Ländern und Kulturen kämpfen Frauen nach wie vor hart um ihre Rechte, einige auch mit der hier beschriebenen und dargestellten Aggression und Provokation. Jan Hartmanns Kollektion beschäftigt sich mit diesem nach wie vor aktuellen Thema.

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