Was steckt hinter deinem Design? Wie ist dein Interpretationsansatz?
Mein Interpretationsansatz ist, dass die Frau sozusagen mit ihren Rechten mit der heutigen konfrontiert wird und dann aggressives Verhalten an den Tag legt.

Wie bist du zu zum Modestudium gekommen?
Für Mode interessiert habe ich mich schon immer und es ging so weit, dass ich mich dann auch vor meinen Eltern getraut habe, diesen Wunsch zu äußern. Meine Mama hat mir dann geholfen, einen Platz an der Modeschule zu finden.  Nach der Ausbildung zum Modedesigner dachte ich mir, dass ich das Ganze noch vertiefen will. Dann habe ich mich für Pforzheim entschieden, da mich der künstlerische Schwerpunkt am meisten überzeugt hat.

Weißt du schon, was nach dem Studium kommt?
Ich bin offen für alles. Ich muss auch nicht unbedingt in die Mode gehen, es gibt so viele Richtungen, so viele Arten von kreativen Arbeitsplätzen, die mit Gestaltung zu tun haben. Dinge wie Einrichtung interessieren mich auch. Ich sehe das einfach als Weg. Wo ich mich gerade sehe ist in der Mode aber in Zukunft … weiß ich nicht genau.

Wie lange dauert es von der Idee bis zum fertigen Outfit?
Je nachdem, um welche Kollektion es sich handelt. Bei dieser war es so, dass ich schon beim Midterm ein Outfit fertig hatte. Das kann man schlecht pauschalisieren und ist jedes Mal individuell.

Gibt es für dich ein Best/Worst am Modestudium?
Es ist einfach meine Leidenschaft, genau das will ich machen. Man hat viel dafür gearbeitet, dort studieren zu können. Natürlich gibt es Theoriestunden, die man vielleicht nicht so mag aber die sind ja auch sinnvoll und es gehört dazu, auch das zu lernen. Klar, der Zeitdruck ist krass, aber das wird als fertig Studierter auch nicht besser.  Fazit: es gibt kein Worst.

Hast du Tipps für am Modestudium Interessierte?
Wenn du keine Hobbys mehr haben möchtest und Nächte durchmachen willst … Wenn du Stress aushältst und Leidenschaft, Gefühl und Fleiß reinsteckst, dann klappt das schon.

Was ist deine Inspiration? Und hast du eine Modeikone?
Ich versuche so weit wie möglich, diese Einflüsse fernzuhalten. Durch meine Ausbildung habe ich schon gewisse Formen im Kopf und gewisse klassische Teile und möchte mich eigentlich nicht weiter von Mode in meinem Arbeitsprozess beeinflussen lassen. Ich nutze bei Boards oder Skizzen auch nie Modebilder von anderen Designer*innen. Ich arbeite mehr über Stimmungen und Emotionalität. Oft versuche ich auch, das mit passender Musik zu unterstützen und finde so die Formen.

Warum hast du dich für dieses Werk entschieden?
Ich habe das Mädchenbildnis gewählt, da es hat mich von der Stimmung und von den Farben her einfach angesprochen hat.  Es geschieht eigentlich gar nicht so viel auf dem Bild aber trotzdem hat es so eine Ausdruckskraft.

Wo kaufst du die Stoffe? Und wieso hast du diese Stoff-/Farbauswahl getroffen?
Ich kaufe meine Stoffe teils im Stoffladen und teils im Internet. Da ich schon relativ früh wusste, was ich wollte, hatte ich Zeit, die Stoffe im Internet zu bestellen, die ich dann auch verwendet habe. Die Stoffe die ich im Laden kaufe, kaufe ich immer sehr kurzfristig, die werden dann auch kurzfristig in die Kollektion noch mit einfließen.  Ich habe mich für die kontrastreichen Farben entschieden, da die Person auffallen möchte und das habe ich dann durch colour-blocking und sehr grafische Elemente umgesetzt.

Hattest du schon einmal eine „Krise“?
Kommt darauf an, wie man Krise definiert. Dass ich einen kompletten Stillstand hatte, gab es bei mir noch nicht. Im 4. Semester war es bei mir so, dass ich etwas an meinem Stil verändern sollte und dann hab ich an einem Wochenende alles umgeschmissen, weil ich das ganze Semester etwas falsch gemacht habe. Ich habe einfach weitergemacht und bin nicht daran verzweifelt, da ich wusste, dass der Punkt kommen wird, an dem es sich ändert und somit habe ich das nicht als Krise empfunden.

Was an deinem Outfit war am aufwändigsten?
Ich fand bei mir die beiden Oberteile wegen der Schnitttechnik am aufwändigsten, kann aber auch nicht sagen, welches aufwändiger war. Das eine hat jeden Zentimeter Absteppungen im Ärmel und das andere Oberteil hat dafür über 60 Schnittteile und auch Absteppungen.

Was gefällt dir am besten an deiner Kollektion? Worauf bist du stolz?
Ich habe zum Beispiel kein Lieblingsteil oder so, für mich sind es einfach der Gesamtlook und die Kombinationsmöglichkeiten, die mir gefallen. Dass ich zum Beispiel die Accessoires einfach kombinieren kann und es trotzdem passt. Stolz bin ich darauf, dass ich die Zeit hatte, lange daran herum zu feilen, die andere nicht hatten. Auchkonnte ich winzige Kleinigkeiten ändern, wie zum Beispiel Nähte um Millimeter versetzen, die es nochmal auf den Punkt gebracht haben.

War es schwer, sich an „alten Bildern/altertümlicher Mode“ zu orientieren und diese in einen modernen Kontext zu setzen?
Nein, es ist nur ein Hilfsmittel, das dir bei der Entwicklung der Kollektion dient. Man zerschneidet das Bild in 1000 Teile und nimmt sozusagen das 999ste Stück davon und nutzt das für die Kollektion.

Dein Berufswunsch?
Modedesigner.

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