Der General Krieg von Hochfelden und seine Gemahlin sind beide in modischer Reitkleidung dargestellt. Die Gräfin, die im damals üblichen Damensitz reitet, trägt ein in der Taille eng geschnittenes Kleid mit sogenannten Keulenärmeln. Auf ihrer über den Ohren gebauschten biedermeierlichen Frisur sitzt ein kleiner mit einem Schleier geschmückter Reitzylinder.

Der Graf trägt die nach der Französischen Revolution auch an den meisten Höfen eingeführten Pantalons, die die Kniehosen ablösten und die Vorläufer der heutigen Herrenhosen sind. Der uniformartige Leibrock ist vorne geschnürt. Auch die männlichen Überröcke waren eng tailliert und zeigten an der Schulter leicht erweiterte Ärmel. Der Zylinder gehörte im Biedermeier zur Tracht des Bürgers.

Das Ehepaar reitet im versammelten Galopp an den Betrachter*innen vorbei. Die Gruppe ist so arrangiert, dass sowohl die Pferde als auch die Reiter*innen zu erkennen sind. Vom theatralischen Darstellung, die bei klassischen Reiterporträts üblich war, ist nicht mehr viel zu sehen. Hier überwiegt eine sachliche Darstellung. Das kleine Format des Bildes zeigt, dass es sich nicht um den Typus eines Reiterbildes handelt, sondern um ein privates Porträt, frei von jeder repräsentativen Funktion.

Den Forderungen der traditionellen Reiterporträts, den Menschen in seiner Herrschaft über das Tier und damit als Sinnbild der Macht zu zeigen, kamen die beiden biedermeierlichen Künstler*innen – Ellenrieder und Kuntz – nicht mehr nach.

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