„Einer der überall sehr geachteten badischen Künstler“ – so lautet eine Beschreibung zu Johann Baptist Tuttiné aus dem Jahr 1875. Zu dieser Zeit hatte er sich bereits einen Namen als Maler gemacht.

Hätte er als Kind gewusst, dass ihm einmal solcher Ruhm zuteil werden würde, hätte er vermutlich nur den Kopf geschüttelt. 1838 in Bräunlingen geboren, verbrachten Johann und sein jüngerer Bruder Roman Teile ihrer Kindheit bei einem Pflegevater. Als Johann Baptist Tuttiné zehn Jahre alt war, starben die Eltern an den Pocken. Von den ursprünglich acht Geschwistern wurde nur Roman älter als 26 und überlebte später sogar seinen älteren Bruder.

Weil Johann Baptist Tuttiné schon immer gerne gezeichnet hatte – vor allem die heimische Landschaft mit ihren Bewohner*innen und den Tieren – stand sein Entschluss fest: Maler werden! Bis dahin war es aber noch ein langer, entbehrungsreicher Weg: Geldsorgen, lange Lehrzeiten und harte Arbeit. Er musste zunächst eine dreijährige Lehre als Uhren- und Schildmaler absolvieren und weitere vier Jahre arbeiten, um Geld anzusparen.

Aber mit viel Fleiß, Geduld und Geschicklichkeit schaffte er es, dass er mit seinen Zeichnungen an der Großherzoglichen Kunstschule in Karlsruhe angenommen wurde und Kunst studieren durfte. Zu dem Zeitpunkt war er 21 Jahre alt. Sein Studium finanzierte er sich selbst durch Nebenjobs als Zeichner. Tuttiné studierte sogar bei Carl Hoff, von dem ebenfalls ein Gemälde (Vor dem Ausmarsch) in der Ausstellung zu sehen ist.

Tuttiné war ein begnadeter Zeichner, der ein gutes Auge für Faltenwurf und Kleidung hatte. Besonders Porträt- und Genremalerei lagen ihm. Feine Damen aus der Gesellschaft, wie Alberta von Freydorf, malte er ebenso wie bäuerliche Umgebungen und die einfachen Menschen. Und das machte er so gut, dass er 1881 von der Stadt Karlsruhe beauftragt wurde, die Trachtenabteilung eines historischen Festzugs zu organisieren. Begeistert von dem Umzug, bat der Großherzog ihn persönlich darum, diesen auch künstlerisch auf ein Bild zu bringen. Mit diesem Auftrag sollte Tuttiné bis zum Ende seines Lebens beschäftigt sein. Mit nur 51 Jahren erlag er in Karlsruhe einer längeren Krankheit.

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