Um die eigene gesellschaftliche Stellung zu zeigen, ließen sich Personen von hohem Rang auf Gemälden inszenieren. Das war damals eigentlich gar nicht so anders als heute. Wir machen Selfies in neuen Outfits, präsentieren uns beim Workout oder lassen uns von Freund*innen in einer besonders vorteilhaften Pose ablichten und posten diese Bilder dann auf Instagram oder Facebook. Bevor jedoch die Fotografie Einzug hielt, ließ man sich malen. Das war kostspielig und meistens reicheren Leuten vorbehalten. Alberta von Freydorf, eine Adelige aus Karlsruhe, musste sich in jungen Jahren keine Gedanken um Geld machen (wieso, erfährst du hier im ersten Beitrag zu Alberta von Freydorf). Für uns ist es heute normal, sich auch in sportlicher Jogginghose oder sogar dem Pyjama für Bilder in Szene zu setzen. Um 1870 sah das aber noch ganz anders aus. Für die teuren, großen Standesporträts musste es schon ein ganz besonderes Outfit sein. Es musste also etwas Glamour her!

Alberta ließ sich deshalb in einem aufwändigen und ausladenden Kleid mit tiefem Dekolleté und freien Schultern darstellen. Ein hauchdünner Tüllschleier umgibt sie und die Bänder des blauen Halsbandes fallen wie zufällig über den fast freien Rücken und den Rock. Zufällig ist hier – wer hätte es gedacht – natürlich gar nichts! In Anlehnung an typische Herrscherbildnisse stellte sie sich vor einen roten Vorhang, der den Blick ins Weite freigibt. Neben ihr liegt im Dunkeln verborgen ein Fächer, der auf ihre Stellung bei Hofe hinweist. Eine zarte junge Frau in einem eleganten Abendkleid also, die sich standesgemäß glamourös inszenieren ließ.

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